Echte Ostereier (fast) für die Ewigkeit

Es ist wieder soweit. Bunte Plastikeier machen sich in Sträuchern und Bäumchen der Vorgärten breit und rufen zum unausgerufenen Wettbewerb: Wer hat mehr und wer hängt sie als erstes raus?

Brauchen wir das?

Für mich gehören zu Ostern ausschließlich Eier von echten (Schokoladen-)Hühnern. Und ich habe da inzwischen eine gewisse Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten entwickelt. Wichtig für mich: Die in liebevoller Arbeit verzierten Ostereier sollen bitteschön möglichst ewig halten, damit sich der Einsatz auch lohnt. Also suchte ich nach einer Methode, die Eier unzerbrechlich zu machen. Die Lösung heißt: Kaschieren mit mehreren Schichten aus Seidenpapier. Ein auf diese Weise präpariertes Ei ist mir noch nie kaputt gegangen – trotzdem halte ich jedesmal erschrocken die Luft an, wenn mir eines aus der Hand rutscht. Völlig überflüssigerweise. Aber der Reflex ist stärker 🙂

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Der Vorgang ist ganz einfach: Seidenpapier wird in kleine Schnipsel gerissen und mittels Tapetenkleister Schicht für Schicht auf das Ei geklebt. Du streichst (mit den Fingern oder einem Pinsel) den Kleister auf das Ei, klebst einen Schnipsel fest und streichst noch einmal Kleister darüber. Alle weiteren Schnipsel werden auf die gleiche Weise (faltenfrei und überlappend) aufgetragen. Wichtig: Damit du genau erkennen kannst, ob die aktuelle Schicht vollständig und das Ei gleichmäßig beklebt ist, brauchst du zwei verschiedene Farbtöne (also z.B. grau und weiß). Das heißt also, jede Schicht erfolgt abwechselnd in der jeweils anderen Farbe. Nach insgesamt ca. sechs Schichten lässt du das Ei vollständig durchtrocknen. Ob es wirklich trocken ist, kannst du leicht testen: Lass das Ei aus ein paar Zentimetern Höhe auf den Tisch fallen. Klingt es hohl (ähnlich wie ein Tischtennisball), ist es trocken.

Nun kannst du nach Herzenslust gestalten.

Wenn das Ei eine Aufhängung braucht…

Möchtest du das Ei aufhängen, braucht es natürlich einen Aufhänger – der vor dem Kaschieren angebracht wird. Du kannst – so wie wir es früher auch immer gemacht haben – einfach eine Fadenschlaufe fest an ein kurzes Stückchen Streichholz binden, das Streichholz in der oberen Öffnung des Eis versenken (darauf achten, dass der Faden mittig bleibt), an der Schlaufe ziehen, so dass sich das Hölzchen quer legt. Beim Kaschieren klebst du die Schnipsel ganz dicht an den Faden heran, so dass das Loch vollständig verklebt wird.

Diese Methode hat jedoch einen Nachteil: Es könnte sein, dass der Faden später einmal reißt – und dann wird es schwierig, einen neuen zu befestigen. Ich wähle deshalb eine langlebigere Methode: Ich biege ein Stückchen Draht zu einer kleinen Schlaufe, verzwirbele die Enden zu einem Knubbel, der durch die Öffnung im Ei passt und mache dann weiter wie oben. Nun kannst du Fäden, Bänder oder Kordeln deiner Wahl an der Drahtschlaufe befestigen – und nach Lust und Laune austauschen.

Für die Eier mit Blütenblättern gibt es am Ende dieses Beitrags eine ausführliche Anleitung von mir – in der du aber auch Hinweise für die grundsätzliche Methode findest.

Farbe müssen wir nicht kaufen

Ich habe ja den Ehrgeiz, möglichst viel aus gebrauchtem Material herzustellen und möglichst wenig zu kaufen. Also beklebe ich die Eier mit farbigem Material wie z.B. Blütenblättern, Schnipsel aus Illustriertenseiten, Werbeprospekten, Blumen-Einwickelpapier, Resten von Geschenkpapier oder auch Spitzen. Die Farbe ist ja schon da – wir müssen sie nur (auf)bewahren.

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Für das Gestalten der Dekoschicht verwende ich keinen Tapetenkleister sondern Bastelkleber (Weißleim) – auch sogenannter Decoupage-Kleber ist geeeignet. Mit beiden Klebern erhält das Ei einen seidigen Glanz und es ist wasserabweisend (aber nicht für den Außenbereich geeignet – dazu weiter unten mehr). Während ich beim Kleben mit Tapetenkleister gern mit den Fingern arbeite, nehme ich für die Dekoschicht einen festen Pinsel (Schulmalpinsel) – so lassen sich die kleinen Fältchen im Papier gut ausstreichen. Je nach Konsistenz des Leims solltest du ihn vorher mit etwas Wasser verdünnen – einfach ausprobieren, wie es dir am besten von der Hand geht. Grundsätzlich aber gilt: Je dünner das Papier, desto dünner auch der Leim.

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Bei Motiven aus Illustrierten solltest du darauf achten, dass das Papier nicht zu fest ist – es schmiegt sich dann nur schwer an die Ei-Oberfläche an. Sollte sich dein Papier als widerspenstig erweisen, kannst du die Schnipsel auch für ein paar Minuten in eine flache Schale mit Wasser legen – vor dem Kleben das Papierchen (evtl. mit einer Pinzette) aus dem Wasser fischen und kurz auf einem Küchentuch trockentupfen. Manchmal ist die Oberfläche eines Illustriertenpapiers so glatt und fest, dass der Bastelleim feine Tröpfchen darauf bildet. In diesem Fall ist ein anderes Papier sicher besser geeignet.

Die mit Papier kaschierten Eier sind eigentlich unverwüstlich. Aber im Titel dieses Beitrags deute ich daraufhin, dass die Schönheit möglicherweise doch nicht ewig währt. Und das liegt daran, dass sowohl Blütenblätter als auch farbiges Papier aus Illustrierten bei längerem Liegen oder Hängen im Tageslicht verblassen können. In diesem Fall hebe ich mit einem Cutter vorsichtig die oberste Schicht an einer Stelle an und ziehe sie vollständig ab. Und dann dekoriere ich auf’s Neue.

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Wetterfeste Eier für Vorgarten oder Terrasse

Die bisher beschriebenen Osterei-Varianten sind allesamt nicht vorgarten-tauglich, da der Leim nicht wetterfest ist. Wenn du aber mit selbstgestalteten Ostereiern auch im Außenbereich dekorieren möchtest, musst du die Eier mit einem wetterfesten Lack überziehen. Oder du überziehst die kaschierten Eier mit wetterfester Farbe – so wie diesen beiden Exemplare zum Beispiel:

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Hier habe ich eine Farbe verwendet, die ich in diversen Farbtönen besitze (keine bezahlte Werbung!): „Ferro“ von Viva. Ich stelle jedoch gerade fest, dass es diese Farben offensichtlich gar nicht mehr gibt. Gut geeignet sind aber auch die Farben der Serie „Venezia“ von Viva (mit Stein-Effekt) oder die Beton-Effektpaste. Alle diese Farben beruhen auf Wasserbasis und sind auch mit Wasser verdünnbar. Außerdem gibt es auch wetterfeste Acrylfarben – die ich jedoch nicht besitze und deshalb nicht bewerten kann.

Tutorial „Eier mit Rosenblättern“

Lust auf mehr? Dann kannst du dir gern die angekündigte Anleitung „Eier mit Rosenblättern“ anschauen. Dafür biete ich dir zwei verschiedene Möglichkeiten: Entweder du schaust sie dir in besonders hübscher Form (zum Blättern) bei issuu als eMagazine an oder du lädst sie dir hier direkt als PDF herunter:

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Porzellan wild bemalt

Im Rahmen meiner Frühlingsdeko habe ich es mal gewagt, neben einfachen ollen Fliesen auch eine niegelnagelneue – aus dem Restbestand eines Porzellanherstellers erworbene – Porzellandose zu bemalen. Es wird nicht meine letzte gewesen sein.

+++ Versprochen: Alle Links zu Produkten oder Händlern in diesem Beitrag sind werbefrei. Das bedeutet: Niemand bezahlt mich oder “schenkt” mir etwas dafür, ich erhalte auch keinerlei Provisionen. Ich gebe sie ganz einfach aus Überzeugung weiter. +++

Mich fasziniert die unendliche Vielfalt an Mustern, die uns die Zentangle®-Künstler/innen dieser Welt bescheren. Scheinbar extrem komplizierte Muster werden so aufgedröselt, dass sie ganz einfach zu zeichnen sind – die unzählbaren Zeichen-Anleitungen in den vielen Büchern zum Thema sind immer gleich aufgebaut und laden direkt zum Nachmachen ein. Eigentlich sind die Muster für das Zeichnen mit einem dünnen schwarzen Stift gedacht (plus Beistift für Schattierungen). Und so sehen sie tatsächlich auch wunderschön aus. Hier ein Beispiel aus meiner Feder im Jahr 2012:

Aber nichts spricht dagegen, die Zeichnungen anschließend zu colorieren, wenn es denn lieber bunt sein soll. Meditieren (wie es das ursprüngliche Ziel von Zentangle® ist) lässt sich beim Porzellan bemalen allerdings nicht so gut, weil der Umgang mit den Porzellanmalstiften ein bisschen schwieriger ist als mit einem einfachen schwarzen Fineliner.

Ich besitze derzeit drei Zentangle®-Bücher, weitere werden bestimmt folgen (allerdings gibt es mittlerweile so viele Bücher dazu auf dem Markt, dass die Auswahl schwer fällt):

Zum Bemalen der Kacheln verwendete ich „Hobbyline PorcelainPen„s . Die Farben sind kräftig und leuchtend, vor dem Malen müssen die Stifte ordentlich geschüttelt und anschließend die Farbe in die Spitze gepumpt werden. Korrekturen sind hier nicht so einfach, aber es kann passieren, dass ältere Linien durch frischere „ausradiert“ werden. Die Hobbyliner müssen vor dem Einbrennen ca. 4 Stunden trocknen.

Für die Malerei auf der Porzellandose habe ich „Edding Porzellan-Pinselstifte“ benutzt. Hier wirken die Farben etwas pastelliger, dafür entfällt das Schütteln und Pumpen. Bei diesen Stiften lassen sich relativ einfach Korrekturen vornehmen, sie haben aber den Nachteil, dass z.B. beim Ausmalen zwischen bereits getrockneten Linien diese wieder angelöst und verwischt werden. Die Farbe braucht nur 15 Minuten zu trocknen, bevor sie im Backofen bei 160°C fixiert wird.

Beide Stifte sind auf Wasserbasis hergestellt, geruchsarm bzw. -frei und nach dem Einbrennen spülmaschinenfest. Es wird jedoch empfohlen, die Farbe nur dort aufzutragen, wo sie nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommt

Künftig werde ich zunächst alle schwarzen Linien zeichnen, diese dann einbrennen und anschließend colorieren (und nochmals einbrennen) – um zu verhindern, dass frische Farben ältere Linien wieder anlösen.

Für diese Art von Malerei braucht man ein bisschen Mut (zu krummen Linien 😉), gute(s) Augen(maß) und eine ruhige Hand. Denn zum Vorzeichnen eignen sich diese Motive nicht – man sucht sich geeignete Motive aus einem Vorlagenbuch und malt dann einfach drauflos. Wichtig: Rechtzeitig vor Ende einer Runde abschätzen, wie groß die Motive sein müssen, um einen nahtlosen Übergang hinzubekommen.

Das Bemalen von Kacheln eignet sich bestens, um sich mit Stiften und Mustern vertraut zu machen. Wer alte billige Kacheln aus Restbeständen verwendet, muss dann auch keine Angst davor haben, ein Exemplar zu verhunzen. Wer die Kacheln als Untersetzer verwenden möchte, sollte zum Schutz von Möbeln und Tischdecke (die meisten Kacheln sind auf der Rückseite etwas kalkig) nach dem Einbrennen noch Filzstückchen auf die Unterseite kleben.

Beim Bemalen einer Dose oder anderen runden Gegenständen sollte die zeichnende Hand abgestützt werden – z.B. auf einem Buch, das in etwa so hoch ist wie die zu bemalende Fläche. Zum Einbrennen Deckel und Unterteil getrennt voneinander in den Backofen legen.