Farbenspiele

Wer gern mit Farben gestaltet, hat sicher auch Lust, mal mit Farben zu experimentieren und sich seine eigenen Lieblingsfarben zu mischen – statt sich alle Farbtöne dieser Welt zu kaufen. Abgesehen von der Freude, die das Selbermischen macht, ist es natürlich auch unter Umweltaspekten sinnvoll, Farben nach Bedarf zu herzustellen – und nicht lauter halbleere Tuben und Gläschen zu horten, die dann irgendwann eingetrocknet sind.

Außer bei Bunt-, Filz- und Wachsstiften kaufe ich meine Farben meist nur in den drei Grundtönen ROT, BLAU und GELB und außerdem in Schwarz und Weiß. Alles andere wird gemischt.

Primär- und Sekundärfarben

Die Grundregeln sind eigentlich ganz einfach: Es gibt nur drei Grundfarben, alle anderen Farbtöne setzen sich daraus zusammen. Um Pastellfarben oder gedämpfte Töne zu erzielen, benötigen wir dann noch Schwarz und Weiß. In der Schule habe ich gelernt, dass ROT, BLAU und GELB die Grundfarben seien. Spätestens aber, wenn wir einen Farbdrucker besitzen, stellen wir fest, dass die Tintenpatronen die Farben CYAN, MAGENTA und GELB enthalten – und alle anderen Farben daraus zusammengesetzt sind. Ich habe es ausprobiert (glücklicherweise besitze ich einen Drucker mit Farbtanks, die sich öffnen lassen und denen ich mittels Wattestäbchen ein bisschen Farbe geklaut habe):

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Wie man ganz gut erkennen kann, sind die drei Grundfarben, die ich aus der Schule kenne, in Wirklichkeit bereits Mischtöne bzw. Sekundärfarben (2), während die wahren Primärfarben CYAN, MAGENTA und GELB heißen (1).

Weil ich es aber gewohnt bin, mit ROT, BLAU und GELB als Ausgangsbasis zu arbeiten (und viele im Handel erhältlichen Farben zumindest in Magenta und Cyan gar nicht zu haben sind), nehme ich bei meinen Farbkompositionen den folgenden Farbkreis zur Grundlage:

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Hier habe ich mit farbiger Tusche experimentiert. Meine drei Grundfarben sind mit (1) gekennzeichnet. Als erstes habe ich mit Hilfe einer Pipette jeweils von zwei Grundfarben die gleiche Menge miteinander vermischt – auf diese Weise habe ich die Mischtöne VIOLETT, GRÜN und ORANGE erzielt (2). Im zweiten Schritt dann habe ich jeweils einen Mischton (2) mit der benachbarten Grundfarbe (1) gemischt. So kam ich auf den Farbkreis mit insgesamt 12 Farbtönen.

Sonderfarbe BRAUN

Wer genau hinschaut, wird vielleicht eine Farbe vermissen: BRAUN. Die meisten von uns haben aber (oft unfreiwillig) gelernt, wie dieser Farbton entsteht: Sobald wir zuviel Farben miteinander mischen oder auf dem Papier vermalen, gibt es gern mal eine „Braun-in-Braun-Malerei“. Genauer gesagt: Sobald alle drei Grundfarben aufeinandertreffen, wird es braun.

Wenn wir das vermeiden wollen, müssen wir uns beim Mischen von Farbtönen (auf Papier oder auf der Palette) immer zwischen zwei Grundfarben bewegen. Sobald diese Grenze überschritten ist und die dritte Grundfarbe hinzukommt, rutschen die Farben in Richtung Braun.

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Komplementärfarben

Wenn du viel mit Farben gestaltest, wirst du vielleicht irgendwann mal etwas mehr über die Regeln der Farbgestaltung wissen wollen. Für mich eines der wichtigsten Erkenntnisse war das Kennenlernen der so genannten Komplementärfarben. Und seitdem arbeite ich sehr gern damit.

Komplementärfarben sind die Farben, die einander im Farbkreis gegenüber liegen – also zum Beispiel ROT und GRÜN, BLAU und ORANGE, GELB und VIOLETT. Gestaltest du zum Beispiel ein Bild überwiegend in Blautönen, dann gibt ein Klecks Orange (oder auch eine ganze Menge davon) dem Bild (hier: Geschenkpapier auf Zeitungsseite) eine interessante Spannung.

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Ich finde es sehr hilfreich, mich öfter mal mit dem Farbkreis zu beschäftigen. Falls du ihn nicht selbst malen möchtest, findest du auf dieser insgesamt sehr interessanten Seite zum Thema „Gestaltungskompetenz: Farbe“ auch einen Farbkreis, der die Komplementärfarben sehr anschaulich darstellt.