Scherben machen glücklich

Zerbrochener Teller wird zum belesenen Blumenuntersetzer

Die schönsten Ideen liefert ja meistens das Leben, das einem so Tag für den Tag über den Weg läuft. So auch bei diesem Projekt:

Am Rande einer Vereinssitzung wurden kleine Töpfchen mit zierlichen Stiefmütterchen verteilt, die von einer größeren Aktion übrig geblieben waren. Ich ergatterte eines in meiner Lieblingsfarbe und umwickelte das Töpfchen für den Transport nach Hause mit einem nicht mehr benötigten, bedruckten Recyclingpapier. Zuhause angekommen stellte ich das Töpfchen samt Einwickelpapier erstmal irgendwo hin – es war bereits spätabends und einen passenden Übertopf hatte ich nicht.

Am nächsten Morgen grinste mich von meinem Tisch im Werkraum die zerbrochene Untertasse an, die ich am Vortag in der Küche produziert hatte. Wegwerfen kam für mich selbstverständlich nicht in Frage, eine spontane Idee für einen Wiederbelebungsversuch hatte ich aber zunächst nicht. Nun kam die Idee von selbst.

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Bei Tageslicht besehen fand ich nämlich das Stiefmütterchen in dem Einwickelpapier recht hübsch. Das Papier war jedoch nicht mehr zu gebrauchen, weil bereits durchweicht. So kamen dann die Untertasse und mein Vorrat an alten, leicht vergilbten Büchern vom Flohmarkt in meinem Kopf zusammen. Und ich startete schnell mit dem Zusammenkleben der Scherben…

Vielleicht gehörst du auch zu denjenigen, die gern erstmal einen Überblick in die Vorgehensweise gewinnen, bevor sie in die detaillierte Anleitung einsteigen? Oder als Inspiration zu eigenen Projekten reichen dir meist ein paar Skizzen? Dafür gibt es an dieser Stelle ein Kurzvideo mit den wichtigsten Arbeitsschritten. Und weiter unten findest du dann die ausführliche Anleitung.

Lust auf mehr? Dann kannst du dir gern die ausführliche Anleitung anschauen. Dafür biete ich dir zwei verschiedene Möglichkeiten: Entweder du lädst sie dir hier direkt als PDF herunter >>
oder du schaust sie dir in besonders hübscher Form (zum Blättern) bei issuu als eMagazine an.

Viel Spaß beim Nachmachen und gutes Gelingen!

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Porzellan wild bemalt

Im Rahmen meiner Frühlingsdeko habe ich es mal gewagt, neben einfachen ollen Fliesen auch eine niegelnagelneue – aus dem Restbestand eines Porzellanherstellers erworbene – Porzellandose zu bemalen. Es wird nicht meine letzte gewesen sein.

+++ Versprochen: Alle Links zu Produkten oder Händlern in diesem Beitrag sind werbefrei. Das bedeutet: Niemand bezahlt mich oder “schenkt” mir etwas dafür, ich erhalte auch keinerlei Provisionen. Ich gebe sie ganz einfach aus Überzeugung weiter. +++

Mich fasziniert die unendliche Vielfalt an Mustern, die uns die Zentangle®-Künstler/innen dieser Welt bescheren. Scheinbar extrem komplizierte Muster werden so aufgedröselt, dass sie ganz einfach zu zeichnen sind – die unzählbaren Zeichen-Anleitungen in den vielen Büchern zum Thema sind immer gleich aufgebaut und laden direkt zum Nachmachen ein. Eigentlich sind die Muster für das Zeichnen mit einem dünnen schwarzen Stift gedacht (plus Beistift für Schattierungen). Und so sehen sie tatsächlich auch wunderschön aus. Hier ein Beispiel aus meiner Feder im Jahr 2012:

Aber nichts spricht dagegen, die Zeichnungen anschließend zu colorieren, wenn es denn lieber bunt sein soll. Meditieren (wie es das ursprüngliche Ziel von Zentangle® ist) lässt sich beim Porzellan bemalen allerdings nicht so gut, weil der Umgang mit den Porzellanmalstiften ein bisschen schwieriger ist als mit einem einfachen schwarzen Fineliner.

Ich besitze derzeit drei Zentangle®-Bücher, weitere werden bestimmt folgen (allerdings gibt es mittlerweile so viele Bücher dazu auf dem Markt, dass die Auswahl schwer fällt):

Zum Bemalen der Kacheln verwendete ich „Hobbyline PorcelainPen„s . Die Farben sind kräftig und leuchtend, vor dem Malen müssen die Stifte ordentlich geschüttelt und anschließend die Farbe in die Spitze gepumpt werden. Korrekturen sind hier nicht so einfach, aber es kann passieren, dass ältere Linien durch frischere „ausradiert“ werden. Die Hobbyliner müssen vor dem Einbrennen ca. 4 Stunden trocknen.

Für die Malerei auf der Porzellandose habe ich „Edding Porzellan-Pinselstifte“ benutzt. Hier wirken die Farben etwas pastelliger, dafür entfällt das Schütteln und Pumpen. Bei diesen Stiften lassen sich relativ einfach Korrekturen vornehmen, sie haben aber den Nachteil, dass z.B. beim Ausmalen zwischen bereits getrockneten Linien diese wieder angelöst und verwischt werden. Die Farbe braucht nur 15 Minuten zu trocknen, bevor sie im Backofen bei 160°C fixiert wird.

Beide Stifte sind auf Wasserbasis hergestellt, geruchsarm bzw. -frei und nach dem Einbrennen spülmaschinenfest. Es wird jedoch empfohlen, die Farbe nur dort aufzutragen, wo sie nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommt

Künftig werde ich zunächst alle schwarzen Linien zeichnen, diese dann einbrennen und anschließend colorieren (und nochmals einbrennen) – um zu verhindern, dass frische Farben ältere Linien wieder anlösen.

Für diese Art von Malerei braucht man ein bisschen Mut (zu krummen Linien 😉), gute(s) Augen(maß) und eine ruhige Hand. Denn zum Vorzeichnen eignen sich diese Motive nicht – man sucht sich geeignete Motive aus einem Vorlagenbuch und malt dann einfach drauflos. Wichtig: Rechtzeitig vor Ende einer Runde abschätzen, wie groß die Motive sein müssen, um einen nahtlosen Übergang hinzubekommen.

Das Bemalen von Kacheln eignet sich bestens, um sich mit Stiften und Mustern vertraut zu machen. Wer alte billige Kacheln aus Restbeständen verwendet, muss dann auch keine Angst davor haben, ein Exemplar zu verhunzen. Wer die Kacheln als Untersetzer verwenden möchte, sollte zum Schutz von Möbeln und Tischdecke (die meisten Kacheln sind auf der Rückseite etwas kalkig) nach dem Einbrennen noch Filzstückchen auf die Unterseite kleben.

Beim Bemalen einer Dose oder anderen runden Gegenständen sollte die zeichnende Hand abgestützt werden – z.B. auf einem Buch, das in etwa so hoch ist wie die zu bemalende Fläche. Zum Einbrennen Deckel und Unterteil getrennt voneinander in den Backofen legen.