Gürteltäschchen für Kaffeefans…

… oder wie man eine Kaffeetüte in eine Geldbörse verwandelt

Am Anfang war die Frage: Wohin mit meinem Brillenputztuch? Am Ende die überraschende Antwort : In ein praktisches Täschchen, das sich auch als Geldbörse und Gürteltäschchen hervorragend macht.

Ehrlich, ich wollte mir nur ein kleines Etui als Unterschlupf für mein Brillenputztuch basteln – letzteres lungert sonst immer irgendwo in meiner Tasche rum und wird dabei schneller schmutzig als die Brille das verträgt. Das Material für das Etui stand für mich bereits fest, bevor ich auch nur ansatzweise eine Idee hatte, wie ich meinen Plan umsetzen sollte: die Folie einer Kaffeetüte sollte es sein. Denn aus anderen Projekten weiß ich, dass diese aus einem äußerst vielseitigen, stabilen und leicht zu verarbeitenden Material besteht – Kunststoff und Alu (nehme ich jedenfalls an). Das ist nun sicher nicht das umweltfreundlichste Material, aber da sogar der Bio-Kaffee (ganze Bohne, 1000 g) darin verpackt ist, fürchte ich, dass es (noch) keine bessere Alternative gibt.

Und dann habe ich einen halben Tag lang am laufenden Band Schmierpapier gefaltet, um irgendwie ein Täschchen zu produzieren, das für meine Zwecke geeignet wäre. Ich wollte es auf keinen Fall kleben – das vermeide ich erstens sowieso gern und zweitens lässt sich dieses Material mit lösemittelfreien Klebern nicht verbinden.

Und nach was-weiß-ich-wie-vielen ungeeigneten Versuchen kam ich dann endlich auf eine erfolgversprechende Faltung – Grundlage war eine relativ einfache Faltung für eine Geldbörse, die ich vor längerer Zeit mal ausprobiert hatte. Das Format gefiel mir aber nicht so gut, so dass ich lediglich ein Probeexemplar für meine „Origami-Musterkiste“ anfertigte. Und da fand ich das Täschchen dann wieder. Nach vielen Versuchen hatte ich dann schließlich ein Papierformat gefunden, das als Ergebnis genau die Größe an Täschchen hervorbrachte, die ich mir vorgestellt hatte. Und nachdem das kleine Kunstwerk fertig war und ich es von allen Seiten ausgiebig betrachtet hatte, wusste ich: Da geht noch was!

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Das Täschchen (mit zwei Fächern) ist oben und unten verbunden, dazwischen aber sind die Folienschichten getrennt – ideal, um einen Gürtel hindurch zu ziehen. Und so gesellte sich dann zum Brillenputztuch-Unterschlupf noch ein Gürteltäschchen, in dem Scheine und Münzen sowie Personalausweis und auch z.B. noch eine Kreditkarte oder die Bahncard Platz haben. Und damit habe ich dann endlich eine Lösung für diese Art von Gelegenheiten gefunden, bei denen eine Handtasche echt nervig ist – ich aber mindestens Geld und Ausweis dabei haben möchte (das Smartphone passt ja meist in die Backentasche der Hose). Alternativ kannst du das Täschchen auch mit einem Karabinerhaken bereichern und es dir z.B. an eine Gürtelschlaufe hängen.

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Am allerersten Foto kannst du erkennen, dass Kaffeetüte nicht gleich Kaffeetüte ist. Ich verwendete die Folie von 1000-g-Tüten zweier unterschiedlicher Bio-Marken – und die eine war eher glänzend und ein wenig knitterig, die andere recht matt und glatt. Sie haben für mich beide ihren Reiz. Für ein Täschchen mit Mindestgröße von ca. 9 x 6,7 cm (also so, dass auch ein Perso oder eine andere Karte hineinpassen) brauchst du ein Stück Folie mit den Maßen 36 x 18 cm (ich hatte für das zweite Täschchen – ca. 9,8 x 7,7 cm – ein Stück von 39 x 19,5 cm zur Verfügung).

Die Ösen an der unteren Kante sind in erster Linie dazu da, die gefaltete Tasche dauerhaft daran zu hindern, sich wieder zu entfalten (das Material ist im Gegensatz zu Papier doch ganz schön rutschig), Der schöne Nebeneffekt: Du kannst daran noch etwas befestigen. Für die Geldtasche habe ich als Verschluss einen Druckknopf (für leichte Stoffe) verwendet und für die andere einen selbstklebenden Klettverschluss. Ich empfehle, bei beiden Varianten zum Öffnen nicht an der Folie zu ziehen, sondern am Verschluss selbst.

Die Täschchen halten wirklich lange und einiges aus – und sind zudem auch noch abwaschbar. Solltest du sie aber irgendwann einmal entsorgen müssen: Ich würde die Ösen und Verschlüsse einfach herausschneiden, die Folie in den „Gelben Sack“ und die Kleinteile in den Restmüll geben (wobei du den Klettverschluss auch anderweitig noch einmal benutzen kannst, wenn du ihn mit Klebstoff befestigst).

So, und hier nun erst einmal der Video-Überblick über die wichtigsten Schritte (bei den im Video sichtbaren Markennamen handelt es sich nicht um bezahlte Werbung). Die ausführliche Anleitung mit allen Arbeitsschritten findest du weiter unten.

Möchtest du dir auch ein solches Täschchen falten oder es vielleicht verschenken? Mit Hilfe meiner ausführlichen Anleitung gelingt es dir sicher.

Dafür biete ich dir zwei verschiedene Möglichkeiten:
Entweder du lädst sie dir hier direkt als PDF herunter >>
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Viel Spaß beim Nachmachen und gutes Gelingen!

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Scherben machen glücklich

Zerbrochener Teller wird zum belesenen Blumenuntersetzer

Die schönsten Ideen liefert ja meistens das Leben, das einem so Tag für den Tag über den Weg läuft. So auch bei diesem Projekt:

Am Rande einer Vereinssitzung wurden kleine Töpfchen mit zierlichen Stiefmütterchen verteilt, die von einer größeren Aktion übrig geblieben waren. Ich ergatterte eines in meiner Lieblingsfarbe und umwickelte das Töpfchen für den Transport nach Hause mit einem nicht mehr benötigten, bedruckten Recyclingpapier. Zuhause angekommen stellte ich das Töpfchen samt Einwickelpapier erstmal irgendwo hin – es war bereits spätabends und einen passenden Übertopf hatte ich nicht.

Am nächsten Morgen grinste mich von meinem Tisch im Werkraum die zerbrochene Untertasse an, die ich am Vortag in der Küche produziert hatte. Wegwerfen kam für mich selbstverständlich nicht in Frage, eine spontane Idee für einen Wiederbelebungsversuch hatte ich aber zunächst nicht. Nun kam die Idee von selbst.

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Bei Tageslicht besehen fand ich nämlich das Stiefmütterchen in dem Einwickelpapier recht hübsch. Das Papier war jedoch nicht mehr zu gebrauchen, weil bereits durchweicht. So kamen dann die Untertasse und mein Vorrat an alten, leicht vergilbten Büchern vom Flohmarkt in meinem Kopf zusammen. Und ich startete schnell mit dem Zusammenkleben der Scherben…

Vielleicht gehörst du auch zu denjenigen, die gern erstmal einen Überblick in die Vorgehensweise gewinnen, bevor sie in die detaillierte Anleitung einsteigen? Oder als Inspiration zu eigenen Projekten reichen dir meist ein paar Skizzen? Dafür gibt es an dieser Stelle ein Kurzvideo mit den wichtigsten Arbeitsschritten. Und weiter unten findest du dann die ausführliche Anleitung.

Lust auf mehr? Dann kannst du dir gern die ausführliche Anleitung anschauen. Dafür biete ich dir zwei verschiedene Möglichkeiten: Entweder du lädst sie dir hier direkt als PDF herunter >>
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Echte Ostereier (fast) für die Ewigkeit

Es ist wieder soweit. Bunte Plastikeier machen sich in Sträuchern und Bäumchen der Vorgärten breit und rufen zum unausgerufenen Wettbewerb: Wer hat mehr und wer hängt sie als erstes raus?

Brauchen wir das?

Für mich gehören zu Ostern ausschließlich Eier von echten (Schokoladen-)Hühnern. Und ich habe da inzwischen eine gewisse Bandbreite an Gestaltungsmöglichkeiten entwickelt. Wichtig für mich: Die in liebevoller Arbeit verzierten Ostereier sollen bitteschön möglichst ewig halten, damit sich der Einsatz auch lohnt. Also suchte ich nach einer Methode, die Eier unzerbrechlich zu machen. Die Lösung heißt: Kaschieren mit mehreren Schichten aus Seidenpapier. Ein auf diese Weise präpariertes Ei ist mir noch nie kaputt gegangen – trotzdem halte ich jedesmal erschrocken die Luft an, wenn mir eines aus der Hand rutscht. Völlig überflüssigerweise. Aber der Reflex ist stärker 🙂

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Der Vorgang ist ganz einfach: Seidenpapier wird in kleine Schnipsel gerissen und mittels Tapetenkleister Schicht für Schicht auf das Ei geklebt. Du streichst (mit den Fingern oder einem Pinsel) den Kleister auf das Ei, klebst einen Schnipsel fest und streichst noch einmal Kleister darüber. Alle weiteren Schnipsel werden auf die gleiche Weise (faltenfrei und überlappend) aufgetragen. Wichtig: Damit du genau erkennen kannst, ob die aktuelle Schicht vollständig und das Ei gleichmäßig beklebt ist, brauchst du zwei verschiedene Farbtöne (also z.B. grau und weiß). Das heißt also, jede Schicht erfolgt abwechselnd in der jeweils anderen Farbe. Nach insgesamt ca. sechs Schichten lässt du das Ei vollständig durchtrocknen. Ob es wirklich trocken ist, kannst du leicht testen: Lass das Ei aus ein paar Zentimetern Höhe auf den Tisch fallen. Klingt es hohl (ähnlich wie ein Tischtennisball), ist es trocken.

Nun kannst du nach Herzenslust gestalten.

Wenn das Ei eine Aufhängung braucht…

Möchtest du das Ei aufhängen, braucht es natürlich einen Aufhänger – der vor dem Kaschieren angebracht wird. Du kannst – so wie wir es früher auch immer gemacht haben – einfach eine Fadenschlaufe fest an ein kurzes Stückchen Streichholz binden, das Streichholz in der oberen Öffnung des Eis versenken (darauf achten, dass der Faden mittig bleibt), an der Schlaufe ziehen, so dass sich das Hölzchen quer legt. Beim Kaschieren klebst du die Schnipsel ganz dicht an den Faden heran, so dass das Loch vollständig verklebt wird.

Diese Methode hat jedoch einen Nachteil: Es könnte sein, dass der Faden später einmal reißt – und dann wird es schwierig, einen neuen zu befestigen. Ich wähle deshalb eine langlebigere Methode: Ich biege ein Stückchen Draht zu einer kleinen Schlaufe, verzwirbele die Enden zu einem Knubbel, der durch die Öffnung im Ei passt und mache dann weiter wie oben. Nun kannst du Fäden, Bänder oder Kordeln deiner Wahl an der Drahtschlaufe befestigen – und nach Lust und Laune austauschen.

Für die Eier mit Blütenblättern gibt es am Ende dieses Beitrags eine ausführliche Anleitung von mir – in der du aber auch Hinweise für die grundsätzliche Methode findest.

Farbe müssen wir nicht kaufen

Ich habe ja den Ehrgeiz, möglichst viel aus gebrauchtem Material herzustellen und möglichst wenig zu kaufen. Also beklebe ich die Eier mit farbigem Material wie z.B. Blütenblättern, Schnipsel aus Illustriertenseiten, Werbeprospekten, Blumen-Einwickelpapier, Resten von Geschenkpapier oder auch Spitzen. Die Farbe ist ja schon da – wir müssen sie nur (auf)bewahren.

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Für das Gestalten der Dekoschicht verwende ich keinen Tapetenkleister sondern Bastelkleber (Weißleim) – auch sogenannter Decoupage-Kleber ist geeeignet. Mit beiden Klebern erhält das Ei einen seidigen Glanz und es ist wasserabweisend (aber nicht für den Außenbereich geeignet – dazu weiter unten mehr). Während ich beim Kleben mit Tapetenkleister gern mit den Fingern arbeite, nehme ich für die Dekoschicht einen festen Pinsel (Schulmalpinsel) – so lassen sich die kleinen Fältchen im Papier gut ausstreichen. Je nach Konsistenz des Leims solltest du ihn vorher mit etwas Wasser verdünnen – einfach ausprobieren, wie es dir am besten von der Hand geht. Grundsätzlich aber gilt: Je dünner das Papier, desto dünner auch der Leim.

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Bei Motiven aus Illustrierten solltest du darauf achten, dass das Papier nicht zu fest ist – es schmiegt sich dann nur schwer an die Ei-Oberfläche an. Sollte sich dein Papier als widerspenstig erweisen, kannst du die Schnipsel auch für ein paar Minuten in eine flache Schale mit Wasser legen – vor dem Kleben das Papierchen (evtl. mit einer Pinzette) aus dem Wasser fischen und kurz auf einem Küchentuch trockentupfen. Manchmal ist die Oberfläche eines Illustriertenpapiers so glatt und fest, dass der Bastelleim feine Tröpfchen darauf bildet. In diesem Fall ist ein anderes Papier sicher besser geeignet.

Die mit Papier kaschierten Eier sind eigentlich unverwüstlich. Aber im Titel dieses Beitrags deute ich daraufhin, dass die Schönheit möglicherweise doch nicht ewig währt. Und das liegt daran, dass sowohl Blütenblätter als auch farbiges Papier aus Illustrierten bei längerem Liegen oder Hängen im Tageslicht verblassen können. In diesem Fall hebe ich mit einem Cutter vorsichtig die oberste Schicht an einer Stelle an und ziehe sie vollständig ab. Und dann dekoriere ich auf’s Neue.

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Wetterfeste Eier für Vorgarten oder Terrasse

Die bisher beschriebenen Osterei-Varianten sind allesamt nicht vorgarten-tauglich, da der Leim nicht wetterfest ist. Wenn du aber mit selbstgestalteten Ostereiern auch im Außenbereich dekorieren möchtest, musst du die Eier mit einem wetterfesten Lack überziehen. Oder du überziehst die kaschierten Eier mit wetterfester Farbe – so wie diesen beiden Exemplare zum Beispiel:

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Hier habe ich eine Farbe verwendet, die ich in diversen Farbtönen besitze (keine bezahlte Werbung!): „Ferro“ von Viva. Ich stelle jedoch gerade fest, dass es diese Farben offensichtlich gar nicht mehr gibt. Gut geeignet sind aber auch die Farben der Serie „Venezia“ von Viva (mit Stein-Effekt) oder die Beton-Effektpaste. Alle diese Farben beruhen auf Wasserbasis und sind auch mit Wasser verdünnbar. Außerdem gibt es auch wetterfeste Acrylfarben – die ich jedoch nicht besitze und deshalb nicht bewerten kann.

Tutorial „Eier mit Rosenblättern“

Lust auf mehr? Dann kannst du dir gern die angekündigte Anleitung „Eier mit Rosenblättern“ anschauen. Dafür biete ich dir zwei verschiedene Möglichkeiten: Entweder du schaust sie dir in besonders hübscher Form (zum Blättern) bei issuu als eMagazine an oder du lädst sie dir hier direkt als PDF herunter:

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